Häufig gestellte Fragen
Antworten zu Bankenregulierung, Bundesbank-Aufsicht und Finanzmarktstabilität in Deutschland
Die Bundesbank konzentriert sich primär auf die Geldpolitik und die Stabilität des Finanzsystems aus makroprudentieller Perspektive, während BaFin die Aufsicht über einzelne Institute durchführt. Das bedeutet: BaFin prüft, ob eine Bank die Kapitalanforderungen einhält und ihre Risiken richtig managt — die Bundesbank schaut auf die gesamtwirtschaftliche Stabilität und Liquiditätsrisiken. Seit 2014 arbeiten sie im Single Supervisory Mechanism zusammen.
MaRisk (Mindestanforderungen an das Risikomanagement) sind die strengsten Compliance-Anforderungen in Deutschland. Sie zwingen Banken dazu, ihre Risikokontrolle zu dokumentieren, unabhängige Compliance-Teams aufzubauen und regelmäßig Stresstests durchzuführen. Für kleinere Institute ist das eine erhebliche Kostenbelastung — große Banken haben bereits etablierte Systeme dafür.
Systemisches Risiko ist das Risiko, dass der Ausfall oder die Krise einer großen Bank (oder mehrerer Institute) eine Kettenreaktion auslöst, die das ganze Finanzsystem destabilisiert. Die Bundesbank überwacht das durch Stresstests und Liquiditätsanalysen. Die Deutsche Bank und Commerzbank gelten als systemisch relevant und unterliegen deshalb strengeren Kapitalanforderungen.
Die EZB führt jährlich einen europäischen Stresstest durch, an dem alle bedeutenden deutschen Banken teilnehmen müssen. BaFin macht zusätzlich nationale Stresstests alle 2-3 Jahre. Diese Szenarien simulieren Szenarien wie Zinsschocks oder Kreditausfallraten von bis zu 15 Prozent, um zu prüfen, ob Banken auch in Krisenzeiten solvabel bleiben.
Das ist nicht ganz richtig — deutsche Banken müssen mindestens die gleichen Basel-III-Standards erfüllen wie US- oder britische Institute. Allerdings haben sie traditionell ein anderes Geschäftsmodell: Sie konzentrieren sich mehr auf Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen, weniger auf Investmentbanking. Das erlaubt niedrigere Eigenkapitalquoten, weil das Kreditrisiko geringer ist als Marktrisiken im Trading.
Sehr stark. Negative Leitzinsen drücken die Nettozinsmargen deutscher Banken, weil sie weniger Zinserträge aus Sparkonten generieren. Das zwingt sie zu riskantere Investitionen oder aggressiverem Kreditmarketing. Die Bundesbank warnt regelmäßig vor den Stabilitätsrisiken von Langzeit-Niedrigzinsen — allerdings kann sie das nicht direkt beeinflussen, weil die EZB die Geldpolitik macht.
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